Die Selbstgedrehten

Während Zigaretten, ob aus der Packung oder selbst gedreht, in den letzten Jahren immer mehr in Misskredit geraten sind, gilt dies sicher nicht für die „Selbstgedrehten“ im Rahmen des Internationalen Filmwochenendes.

Hier steht der Titel dieses Programmpunktes seit über einem Jahrzehnt für nichtprofessionelle, jedoch qualitätvolle Videos aus der unterfränkischen Jugendszene. Dieser von Filminitiative und Bezirksjugendring gemeinsam veranstaltete Kurzfilmblock zeigt eine Auswahl aus preisgekrönten Videos der unterfränkischen „Jufinale“. Dieses Jugendvideofestival wiederum wird alljährlich im Herbst zusammen mit der entsprechenden Jugendorganisation der Partnerregion Calvados ausgetragen, so im vergangenen Jahr turnusmäßig in dieser Küstenregion der Normandie. So feiern die deutschen Beiträge unter den Gewinnerfilmen dieses franco-allemannischen Festivals nun hier ihre öffentliche Premiere vor heimischem Publikum.

Darüber hinaus beweisen wieder etliche auf den Filmtagen der bayerischen Schulen preisgekrönte unterfränkische Videos, dass auch überregional mit dem heimischen Nachwuchs zu rechnen ist. Selbst auf Bundesebene konnte sich ein Streifen aus Würzburg bestens behaupten.

Die Selbstgedrehten 2011 sind also sicher wieder ein guter Jahrgang für all diejenigen, die einen kurzweiligen Abend in toller Atmosphäre erleben wollen.

Rückblick

Es ist mittlerweile über ein ganzes Jahrzehnt her, dass das Internationale Filmwochenende um einen Programmpunkt bereichert wurde, der heute unter der Bezeichnung „Die Nacht der Selbstgedrehten“ längst fester Bestandteil des Festivals ist.

Berthold Kremmler, der langjährige Leiter des Filmwochenendes, hatte seinerzeit den kühnen Vorschlag gemacht, einen Filmabend mit Ergebnissen der damals noch jungen Filmgruppen am Wirsberg- und Röntgen-Gymnasium in das Festival zu integrieren. Kühn insofern, als bis dato ausschließlich „seriöses“ Zelluloidmaterial professioneller Filmemacher(innen) durch die Festivals-Projektoren gerattert war. Nun aber Videofilme von Jugendlichen aus der Region im Rahmen eines solchen Festivals?

Der Erfolg gab dem Konzept von Anfang an Recht. Bald reichte der in den ersten Jahren genutzte Hörsaal der Fachhochschule nicht mehr aus und der größte Saal im CinemaxX-Kino ist seit Jahren traditioneller Austragungsort.

Schon bald kam der Bezirksjugendring Unterfranken mit ins Boot und ist seit vielen Jahren zusammen mit der Filminitiative Mitveranstalter dieses mittlerweile viel beachteten Filmabends. Preisträgerfilme aus der alljährlich ausgetragenen unterfränkischen „Jufinale“, dem Jugendvideowettbewerb des Bezirksjugendringes, bilden seither den Grundstock des Programms, das durch weitere sehenswerte Produktionen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus der Region ergänzt wird.